Eine Straße, unterschiedliche Kfz-Prämien – Versicherungen kalkulieren genau

Wer in einer Großstadt wohnt, mit langen Straßenzügen, muss vielleicht eine höhere Kfz-Versicherungsprämie bezahlen als sein Nachbar, obwohl sie beide bei der gleichen Versicherung zu den genau gleichen Bedingungen abgeschlossen haben. Dies kann dann der Fall sein, wenn die beiden in einem Postleitzahl-Grenzgebiet wohnen und unterschiedliche Postleitzahlen haben. Viele Kfz-Versicherungen sind dazu übergegangen, ihre Jahresbeiträge nach der Postleitzahl des Versicherungsnehmers zu berechnen.

Warum wird nach der Postleitzahl kalkuliert?

Obwohl bei manchen Kfz-Versicherungen immer noch die regionale Zulassung eine Rolle spielt, sind einige der Versicherungsgesellschaften dazu übergewechselt die Jahresbeiträge nicht mehr nach dem Zulassungsgebiet, das im Kfz-Kennzeichen ausgedrückt wird, sondern nach der Postleitzahl des Versicherungsnehmers zu berechnen. Dies liegt unter anderem daran, dass es eine Sonderregelung gibt, nach der der Versicherungsnehmer, der innerhalb eines Bundeslandes umzieht, sein Kfz-Kennzeichen mitnehmen darf. Daher lässt sich nach einem Umzug die regionale Fahrhäufigkeit nicht mehr unbedingt am Kfz-Kennzeichen erkennen. Die Kalkulation nach der Postleitzahl ist zudem noch genauer, als die regionale Einstufung. Wenn zum Beispiel im Zentrum einer Großstadt die Unfallhäufigkeit größer ist, als im Randbezirk, so wird die Versicherungsprämie, der Unfallhäufigkeit angepasst. Im Stadtzentrum muss sie dann höher ausfallen, als am Stadtrand. Versicherungsnehmer, die laut ihrer Postleitzahl in der Innenstadt zu Hause sind, fahren und parken häufiger im Stadtzentrum und laufen daher mehr Gefahr in einen Unfall verwickelt zu werden, als Autofahrer, die zum Beispiel zwei Kilometer weiter außerhalb wohnen. Ein weiterer maßgeblicher Beitragsunterschied kann zum Beispiel daran liegen, dass ein Versicherungsnehmer in einem Villenbezirk wohnt, ein anderer in einer Hochhaussiedlung. Da im Villenbezirk laut Statistik weniger Vandalismus an parkenden Autos auftritt, als in der Hochhaussiedlung, wird der Versicherungsnehmer aus dem Villenbezirk die Kfz-Versicherung weniger häufig in Anspruch nehmen. Er zahlt daher einen niedrigeren Beitrag. Ob der Versicherungsnehmer in einer Hochhaussiedlung oder in einem Villenbezirk ansässig ist, kann die Versicherung anhand der Postleitzahlen ersehen.

Kalkulieren alle KFZ-Versicherungen nach der Postleitzahl?

Aber nicht alle Kfz-Versicherungen kalkulieren ihre Beiträge mithilfe der Postleitzahlen. Einige halten auch an der Beitragsbemessung nach regionaler Zulassung fest. Und weil einige Versicherungen das Stadtzentrum als besonderen Risikofaktor sehen, andere Versicherungen wiederum eine Ausfahrtstraße mit schnellerem Verkehrsfluss als unfallträchtiger bewerten, fallen die Beiträge je nach Versicherung, nach regionaler Zulassung und nach Postleitzahl unterschiedlich aus. Daher wird es jedem Versicherungsnehmer empfohlen, bevor er eine neue Kfz-Versicherung abschließt, einen genauen Versicherungsvergleich anzustellen. Die Unterschiede in den einzelnen Beiträgen sind teilweise sehr erheblich und lassen sich nicht nur an der Postleitzahl festmachen. Bild Rainer Sturm / pixelio.de

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