Unisex-Versicherungen: Wo Männer und Frauen sparen können

Der Versicherungstarif, den man in einer bestimmten Versicherungssparte bezahlen muss, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. So kann es zum Beispiel eine Rolle spielen, welchen Beruf man ausübt, da es Berufe gibt, bei denen das Gefahrenpotenzial höher ist, als bei anderen.

Es kann sein, dass ältere Menschen bei einigen Versicherungen einen höheren Beitrag zahlen müssen, als jüngere. Das ist zum Beispiel bei Krankenversicherungen der Fall. Und bisher spielte es auch eine Rolle, welchen Geschlechts der Versicherungsnehmer war.

Was versteht man unter Unisex-Versicherungstarifen?

Obwohl bereits seit 2004 kein Unterschied zwischen den Geschlechtern in der Höhe der Versicherungstarife mehr gemacht werden dürfte, gab es eine Klausel im Versicherungsrecht, die Ausnahmeregelungen erlaubte. Eine solche Ausnahme war dann gegeben, wenn sich das Geschlecht auf die Häufigkeit der Inanspruchnahme einer bestimmten Versicherung auswirkte. Das heißt zum Beispiel: weil Männer, statistisch gesehen schlechter Autofahren können und daher die KFZ-Haftpflichtversicherung öfter in Anspruch nehmen, als Frauen, sind ihre Jahresbeiträge höher. Unisex-Versicherungstarife schließen das aus. Von der EU-Komission wurde ein Erlass herausgegeben, der die Gleichstellung von Mann und Frau in den Versicherungsbeiträgen definitiv vorschreibt. Bis zum 21.12.2012 muss dieser EU-Erlass in nationales Gesetz umgewandelt werden. Versicherungen, die nach dem 21.12.2012 abgeschlossen werden, müssen Unisex-Tarife anbieten. Das bedeutet, ein Mann, der nach dem 21.12.2012 eine neue KFZ-Versicherung abschließt, zahlt den gleichen Jahresbeitrag wie eine Frau, die bei derselben Versicherungsgesellschaft eine neue KFZ-Versicherung zu den gleichen Bedingungen abschließt. Das Wort „Unisex“ bedeutet: „für beide Geschlechter das Gleiche“.

Hier wird es für Frauen billiger

Versicherungen, bei denen die Frauen bisher höhere Beiträge zahlen mussten, weil sie für die Versicherung ein größeres Risiko darstellten, waren die Berufsunfähigkeitsversicherung, die Versicherung zur betrieblichen Altersvorsorge, die Pflegezusatzversicherung, die private Krankenversicherung, die private Krankenzusatzversicherung und die private Rentenversicherung. Bei all diesen Versicherungen sinken die Beiträge für Frauen. Das gilt aber nur, wenn sie nach dem 21.12.2012 abgeschlossen werden.

Hier können Männer sparen

Männer, die nach dem 21.12.2012 eine der folgenden Versicherungen abschließen, zahlen einen niedrigeren Beitrag, als wenn sie die gleiche Versicherung, zu den gleichen Bedingungen vor besagtem Datum abgeschlossen hätten. Das betrifft die Kapital-Lebensversicherung, die KFZ-Versicherung, die Risiko-Lebensversicherung, die Sterbegeldversicherung und die Unfallversicherung.

Wer sollte handeln?

Um keine höheren Beiträge zahlen zu müssen, spielen viele Verbraucher mit dem Gedanken noch vor dem 21.12.2012 eine Versicherung abzuschließen, um in den Genuss des geschlechterspezifischen niedrigeren Versicherungsbeitrages zu kommen. Dies ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn die Versicherung wirklich nötig ist. Außerdem bleibt zu bedenken, dass höchste Eile geboten ist, denn der Bisex-Tarif ist nur dann möglich, wenn die Versicherungsgesellschaft den Antrag vor dem 21.12.2012 angenommen hat. Übrigens bieten viele Versicherungen ihren Versicherungsnehmern an, den Vertrag auf den Unisex-Tarif umzustellen, wenn das für den Versicherungsnehmer günstiger ist. Automatisch umgestellt werden die alten Verträge jedoch nicht. Bild Frank Ulbricht / pixelio.de

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