So kündigen Sie Ihre Versicherung richtig

Die Deutschen mögen es sicher und lieben deshalb Versicherungen. Immerhin bieten viele Versicherungen Schutz vor so manchem Risiko. Und um einige Versicherungen, wie zum Beispiel die KFZ-Haftpflicht, kommt man gar nicht erst herum. Wer eine Versicherung nicht mehr braucht oder sie wechseln will, muss diese kündigen. Wir verraten Ihnen, wie das geht und was dabei zu beachten ist.

Kündigungsstempel und Stempelkissen

Versicherungen können wie alle anderen Verträge auch ordentlich und außerordentlich gekündigt werden.

Wenn Sie eine Versicherung abschließen, gehen Sie mit der Versicherung einen ganz normalen Vertrag ein. Weil sich die Lebensumstände im Laufe der Zeit ändern, ist es ganz normal, dass Versicherungen gekündigt werden. Obwohl natürlich auch im Versicherungswesen die Vertragsfreiheit gilt, haben sich einige übliche Regelungen eingebürgert, was beispielsweise die Kündigungsfristen angeht. Grundsätzlich finden Sie all diese Details im Vertragstext Ihrer Police.

Kündigungsfrist unbedingt beachten

Die bereits angesprochene Kündigungsfrist ist sicherlich das Wichtigste, was Sie beachten müssen. Die Kündigungsfrist gibt an, wie weit im Vorfeld Sie Ihre Kündigung aussprechen müssen, damit sie zum Stichtag wirksam wird. Eine Versicherung wie die Privathaftpflichtversicherung läuft in der Regel mindestens ein Jahr nach Abschluss. Eine übliche Kündigungsfrist bei Sachversicherungen beispielsweise sind drei Monate vor Laufzeitende. Kündigen Sie nicht, verlängert sich der Vertrag automatisch.

Bei der KFZ-Haftpflichtversicherung gibt es eine Besonderheit. Hier gibt es mit dem 30. November einen festen Stichtag, zu dem die Versicherung gewechselt werden kann. Das liegt daran, dass Autoversicherungen immer für ein Kalenderjahr abgerechnet werden, unabhängig davon, wann Sie sie abgeschlossen haben. Es wird immer erst bis zum Jahresende berechnet und im Folgejahr dann neu. Weil die Kündigungsfrist bei Autoversicherungen einen Monat beträgt, gilt der 30.11. als allgemeiner Stichtag für alle Versicherten mit eigenem Auto.

Der Gesetzgeber schützt den Verbraucher jedoch auch durch Sonderregelungen. Wenn ein KFZ-Versicherer die Versicherungsprämie erhöht, gibt es über den 30.11. hinaus ein Sonderkündigungsrecht. Grundsätzlich kann jede Kündigung in ordentlich und außerordentlich unterteilt werden. Ordentliche Kündigungen erfolgen innerhalb der vereinbarten Fristen. Außerordentliche Kündigungen erfolgen hingegen oft fristlos. Zum Beispiel, weil Sie Ihr Auto verkaufen und damit die Versicherungsgrundlage entfällt.

Kündigung der Lebensversicherung gut abwägen

Besondere Aufmerksamkeit gilt bei der Kündigung der Lebensversicherung. Denn wer diesen Vertrag vorzeitig auflöst, muss Verluste hinnehmen. Lebensversicherungen haben eine fest vereinbarte Laufzeit von mehreren Jahren oder gar Jahrzehnten. Je früher Sie kündigen, was bei Lebensversicherungen eigentlich nicht vorgesehen ist, desto größer ist Ihr Verlust.

Gerade in der Anfangszeit werden vor allem Abschlussprovisionen und Verwaltungsgebühren abgezahlt und nur ein kleiner Teil des eingezahlten Geldes wird tatsächlich gutgeschrieben. Deshalb ist es in der Regel eher ratsam, die Lebensversicherung zu verkaufen, weil der Verlust sich dann in Grenzen hält. Es gibt Unternehmen, die sich auf den Ankauf von Lebensversicherungen spezialisiert haben.

Einschreiben und Widerrufsrecht

Für die Kündigung einer Versicherung ist in aller Regel die Schriftform erforderlich. Das muss aber nicht zwangsläufig ein Brief sein, sondern geht auch per Fax und heutzutage auch oft per E-Mail. Wer ganz sicher sein will, sollte die Kündigung dennoch per Einschreiben verschicken und hat so einen Beweis, dass er fristgerecht gekündigt hat.

Bei frisch abgeschlossenen Versicherungen haben Sie übrigens grundsätzlich ein 14-tägiges Recht auf Widerruf. Dieser muss nicht mal begründet werden. Klärt Sie der Versicherer nicht über das Widerrufsrecht auf, können Sie sogar danach noch vom Vertrag zurücktreten.

Kündigungsstempel und Stempelkissen